Wintercamping im Kastenwagen: 9 Tipps gegen kalte Ecken
Ein Kastenwagen im Winter ist eine Blechdose mit Heizung. Die Heizung ist dabei selten das Problem, eher die Dose: kalte Wände, kalte Scheiben, kalter Boden. Mit diesen neun Tipps bleibt es überall warm, und das meiste schaffst du an einem Nachmittag.
Sicherheit zuerst: Halte den Kamin der Heizung frei von Schnee und Eis. Ein Gas- und CO-Warner gehört im Winter in jeden Camper. Und mach nie alle Ausströmer zu, die Heizung braucht genug offene Wege für die Warmluft.
1. Propan in den Gaskasten
Butan wird bei Frost kaum noch gasförmig. Im Winter gehört deshalb Propan in den Gaskasten. Plan genug Vorrat ein: Bei Kälte läuft die Heizung viel, die Flasche ist schneller leer als im Herbst.
2. Das Fahrerhaus abdichten
Über die großen Scheiben im Fahrerhaus geht viel Wärme verloren. Thermomatten von außen sind am besten, weil sich dann keine Feuchtigkeit zwischen Matte und Scheibe sammelt. Ein Vorhang zwischen Fahrerhaus und Wohnraum hilft zusätzlich.
Beschlagen beim Mercedes Sprinter W907 die Seitenscheiben? Die seitlichen Düsen im Cockpit sind ab Werk ungünstig ausgerichtet. Ein Luftdüsenadapter auf der Düse lenkt die warme Luft an die Seitenscheibe, so beschlägt und vereist sie nicht.
3. Die Warmluft verteilen
Vorn warm, hinten kalt: Das liegt fast immer an der Verteilung. Halte die Ausströmer frei, stell das Gebläse beim Aufheizen eine Stufe höher und schick die Luft per Schlauch dahin, wo sie fehlt. Wie das geht, steht ausführlich im Ratgeber Warmluft im Wohnmobil besser verteilen.
4. Warme Füße
Warme Luft steigt nach oben, am Boden bleibt es kalt. Leg deshalb einen Teil der Warmluft gezielt in den Fußraum. Mit dem Schlauchadapter 2 × 42 mm machst du aus einem Ausströmer zwei Leitungen, zum Beispiel eine unter den Tisch. Ein Teppich auf dem Boden hilft mehr, als man denkt.
5. Bad und Heck nicht vergessen
Das Bad und das Heckbett liegen oft am Ende der Leitung und werden zuletzt warm. Ein eigener Strang dorthin löst das. Steht die Badtür offen, wird das Bad auch von der Raumluft mit warm.
6. Kurz und kräftig lüften
Beim Atmen, Kochen und Duschen kommt viel Feuchtigkeit in die Luft. Im Winter schlägt sie sich an Scheiben und Blech nieder. Lüfte mehrmals am Tag kurz und kräftig, statt ein Fenster dauernd auf Kipp zu lassen. Mehr dazu im Ratgeber Kondenswasser im Wohnmobil vermeiden.
7. Wasser vor Frost schützen
Was innen im beheizten Raum liegt, friert nicht ein, solange die Heizung läuft. Kritisch ist alles außen oder unter dem Boden, oft der Abwassertank. Steht der Camper ohne Heizung, gehört das Wasser raus, auch aus dem Boiler. Wie das bei deinem Fahrzeug geht, steht in der Anleitung von Fahrzeug und Heizung.
8. Schuhe und Handschuhe trocknen
Nasse Schuhe machen kalte Füße und feuchte Luft. Am schnellsten trocknen sie von innen: Der Schuhtrockner kommt in einen Truma-Ausströmer, die Schuhe auf die vier Rohre, und die Warmluft strömt direkt hinein. Mehr Tipps im Ratgeber Schuhe im Camper trocknen.
9. Nachts nicht ganz ausschalten
Lass die Heizung nachts auf kleiner Stufe laufen. Kühlt der Camper aus, schlägt sich die Feuchtigkeit überall nieder, und morgens dauert es lange, bis es wieder warm ist.
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Häufige Fragen
Die Heizung läuft, aber hinten bleibt es kalt. Warum?
Meist kommt die Warmluft nicht dort an, wo du sie brauchst. Halte die Ausströmer frei und verteile die Luft gezielt per Schlauch in die kalten Ecken.
Propan oder Butan im Winter?
Propan. Butan wird bei Frost kaum noch gasförmig, dann bekommt die Heizung zu wenig Gas.
Soll ich die Heizung nachts ausschalten?
Lass sie lieber auf kleiner Stufe laufen. Kühlt der Camper aus, schlägt sich Feuchtigkeit an Wänden und Scheiben nieder, und morgens dauert es lange, bis es wieder warm ist.
Wie halte ich den Kamin frei?
Schau bei Schneefall regelmäßig nach und räum Schnee und Eis weg. Ist der Kamin zu, kann das Abgas nicht richtig abziehen.
